Die Integration von Zuwanderern hat in der sächsischen Geschichte viele gute Beispiele. Einfach war es nie. Immer brauchte es Mut, Hoffnung, Nächstenliebe und Entschlossenheit. Zuwanderung geschieht und sie muss aktiv gestaltet werden. Dann wird Integration eine Erfolgsgeschichte für alle.
Das Beherrschen der deutschen Sprache war und ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Integration. Ob sie in der Kita, der Schule, im Verein, der Nachbarschaft oder bei Sprachkursen vermittelt und gelernt wird – egal: Entscheidend ist ihr Beherrschen in Wort und Schrift, im Alltag und am Arbeitsplatz.
In Schulen, Hochschulen, Unternehmen und Einrichtungen der öffentlichen Hand
Integration durch Arbeiten und Lernen
Zuwanderer haben Potential und können unseren Wohlstand und unsere Zukunft in vielen Bereich sichern. Ausbildungen, Qualifizierungen und Praktikas sind wichtige Bausteine, damit Integration gelingen kann. Ob Patenschaften, Einsteigerprogramme oder Anpassungen – Chancen sind Voraussetzungen, damit Menschen in Sachsen leben und arbeiten und letztlich mehr als nur ihren Lebensunterhalt sichern.
In der Nachbarschaft, im Verein, in Initiativen und Förderkreisen
Integration durch soziale Teilhabe
Menschen brauchen Gemeinschaft. Sachsen zeichnet sich durch ein vielfältiges soziales, kulturelles und sportliches Leben in den Städten und Gemeinden aus – von der Freiwilligen Feuerwehr, über den Fußballverein bis zum Musikorchester oder zur Pflege regionalen Brauchtums. Wer sich hier angenommen fühlt, bringt sich selbst mit ein.
Zwischen dem 24. August und dem 2. Oktober 2026 können an dieser Stelle Vorschläge gemacht werden, um engagierte sächsische Vereine, Unternehmen, Initiativen und Institutionen zu ehren, die sich in den vergangenen zwölf Monaten in besonderem Maße für die Integration von Migrantinnen und Migranten im Freistaat eingesetzt hatten.
Denn: Gelungene Integrationen sind Erfolgsgeschichten in Sachsen!
Wer darf teilnehmen und wer kann was gewinnen?
Für den Sächsischen Integrationspreis 2026 stehen insgesamt 9.000 Euro zur Verfügung. Er wurde auf drei Preise zu je 3.000 Euro verteilt. Alle Bewerber werden zusätzlich durch professionelle Pressearbeit und eine Broschüre bekannt gemacht.
Die Broschüre mit der Dokumentation der Vorschläge kannnach der Preisverleihung unter www.offenes-sachsen.de bei der Geschäftsstelle des Sächsischen Integrationsbeauftragten oder hier auf der Website bestellt werden und wird kostenlos zugeschickt.
Vereine und Verbände sind wichtige Partner für Integrationsprozesse, können sie doch einen einfachen Zugang zu Teilhabe und gemeinsame Aktivitäten auf der Basis gleicher Interessen fördern. Gesucht wurden Vereine und Verbände, in denen Migrantinnen und Migranten willkommen waren und sind und sich aktiv in das Vereinsleben integrieren können, unabhängig davon, ob es sich um Kultur, Sport, Kunst, Wissenschaft, Umwelt oder Soziales handelt. Entscheidend war das gleichberechtigte Miteinander entsprechend der Vereinssatzung.
Gesucht wurden engagierte Unternehmen, die Integrationsmaßnahmen entwickeln und umsetzen. In ihnen pflegen Geschäftsführung wie Belegschaft gleichermaßen einen offenen, respektvollen und toleranten Umgang mit Migrantinnen und Migranten, organisieren Fach- und Sprachtrainings, Patenschaften oder berücksichtigen kulturelle und religiöse Besonderheiten.
Es waren und sind die Erzieherinnen und Erzieher in den Kitas, die Lehrerinnen und Lehrer in den Schulen, die Sozialarbeiterinnen und -arbeiter in den Freizeiteinrichtungen uns viele andere, die sich mit hohem persönlichen Einsatz um Betreuung, Spracherwerb, Lernen und Ausbildung, die Freizeit und das gemeinsame Miteinander von Kindern und Jugendlichen unterschiedlichster Nationalität, Herkunft und Religion kümmern.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den kommunalen Verwaltungen der sächsischen Landkreise, Städte und Gemeinden verbrachten und vollbringen große Leistungen, um Ankunft, Unterkunft und Wohnung, Versorgung und Teilhabe zu ermöglichen. Engagiert und verantwortungsbewusst wurde und wird von ihnen tagtäglich nicht nur verwaltet, sondern werden Lösungen gesucht und gefunden, die helfen, unser Gemeinwesen am Laufen gehalten und zu stärken.
DRK Kreisverband Zwickauer Land e. V Wasserwacht der Koberbachtalsperre Langenhessen
Preisträger 2024
Vertreten durch:
Kateryna Krystova
Die Wasserwacht gibt es seit 1999 im DRK Kreisverband Zwickauer Land e.V. Sie hat etwa 300 Mitglieder aus mindestens sechs Nationen. Ab 2014 öffnete sich die Wasserwacht für interkulturelle Beteiligung und Integrationsarbeit. Sie war Bestandteil des Werdauer Helferkreises 2015 und erneut zu Beginn des Ukrainekrieges. Etwa 40 Mitglieder der Wasserwacht wurden allein aus den Reihen geflüchteter Ukrainer gewonnen.
Aus der Laudatio gehalten von Sören Kristensen (Oberbürgermeister der Stadt Werdau): Das Handeln der Kameradinnen und Kameraden der Wasserwacht zeigt, wie Offenheit und gegenseitige Bereicherung in der Praxis gelingen. Für Migranten und für die Gesellschaft entsteht eine klassische win-win-Situation. Die Helfer vom DRK demonstrieren, wie Integration und Zusammenleben der Nationen funktionieren.
Netzwerk Fachkräfte international e. V., Plauen
Preisträger 2024
Vertreten durch:
Dr. Sigrid Müller und Anett Gräf
Das Netzwerk kümmert sich seit 2018 um die Rekrutierung, Auswahl, Einstellung (Ausbildung und Job) sowie die Sprachvermittlung und gesellschaftliche Integration. Hier wird Hilfestellung für kleine und mittlere Unternehmen gegeben, die in der Regel nicht die Kapazität haben, selbst Rekrutierung und Integration zu bewerkstelligen.
Aus der Laudatio gehalten von Dr. Andreas Brzezinski, (Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden): Nur große Unternehmen können sich eigene Rekrutierungsabteilungen leisten. Das Netzwerk ist kompetenter Ansprechpartner für die typischen kleinen und mittelständischen Betriebe im Vogtland. Neben der Sprachvermittlung und fachlichen Ausbildung steht die gesellschaftliche Integration auf der Agenda. Ziel ist es dem Fachkräftemangel zu begegnen und gleichzeitig die Menschen zu integrieren - in die einstellenden Betriebe/Unternehmen und in die Gesellschaft. Die Fachkräfte sollen eine neue Heimat finden und in der Region bleiben. Das Netzwerk setzt derzeit einen weiteren Schwerpunkt seiner Arbeit auf den Bereich des Handwerks und der technischen Berufe.
Paradiesorchester "Paradiesisch Musizieren"
Preisträger 2024
Vertreten durch:
Frau Deruelles-Blank
Aus der Begründung der Jury: Aus der Begründung der Jury: Musik verbindet über Grenzen, Nationalitäten und Weltanschauungen hinweg. Dank der Musik bietet das Paradiesorchester Menschen in Dresden einen wertvollen, geschützten Ort in den heutigen besorgniserregenden Zeiten. Bei Proben und auf der Bühne erbringt es den lebendigen Beweis, dass ein friedliches Miteinander möglich und gewünscht ist. Das kreative Projekt berührt und verbindet Menschen.
Aus der Laudatio von Domkapellmeister Christian J. Bonath. Das 2015 gegründete Paradiesorchester ist ein Projekt an der Evangelischen Hochschule Dresden. Es heißt Geflüchtete in Dresden willkommen und schafft einen geschützten Ort zum Musizieren. Im Zentrum stehen 45 Musikerinnen und Musiker unterschiedlicher Herkunft, Sprache, Professionen und Generationen. Alle Menschen im Projekt eint die Freude an der Musik und der Wunsch nach transkulturellem Austausch und Zusammenhalt.
Rückblick Preisverleihung 2024
Zur Sicherung des gesellschaftlichen Zusammenhaltes sollen Menschen mit Migrationshintergrund zu einem gleichberechtigten Leben in unserer Gesellschaft befähigt werden. Menschen mit Migrationshintergrund sollen ebenso zur Integration auf Basis der Grundwerte der Verfassung des Freistaates Sachsens beitragen, indem sie eigene Integrationsleistungen erbringen. Insbesondere sollen sie jedwede Anstrengungen zum Erlernen der deutschen Sprache und zur Sicherung ihres Lebensunterhalts unternehmen.
Quelle: Sächsisches Integrations- und Teilhabegesetz vom 29. Mai 2024